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5 Wege, Streaming-Audio auf macOS aufzunehmen

Du hast ein Live-DJ-Set auf YouTube gefunden, das du offline behalten willst. Oder du bist Gast in einem Podcast und willst eine eigene lokale Aufnahme. Oder du brauchst einen Clip aus einem Webradio für ein Projekt. Du suchst auf deinem Mac einen „Aufnehmen, was ich höre“-Knopf – und der existiert nicht. Für einen tieferen Blick auf das Aufnehmen von internem Audio auf dem Mac decken wir das volle Spektrum in einem separaten Guide ab.

macOS hat keinen eingebauten Weg, Streaming-Audio aufzunehmen. Apples Audio-System hält Apps zum Schutz der Privatsphäre voneinander isoliert – sicherheitstechnisch klug, aber frustrierend, wenn du einen legitimen Grund hast, das aufzunehmen, was auf deinem eigenen Rechner läuft.

Die gute Nachricht: Es gibt mehrere Wege drumherum. Manche sind klobig, manche übertrieben, und manche überraschend einfach. Hier sind fünf Methoden, um Streaming-Audio auf macOS aufzunehmen, jeweils mit Trade-offs.

Kurz zum Urheberrecht: Respektiere immer Urheberrechte. Nimm nur Audio auf, das du aufnehmen darfst. Persönliche Archivierung, eigene Podcast-Auftritte und lizenzierte Inhalte sind fair. Bezahlte Inhalte anderer abzugreifen ist es nicht.

1. QuickTime-Bildschirmaufnahme

QuickTime Player ist auf jedem Mac vorinstalliert und kann Bildschirmaufnahmen. Was die wenigsten wissen: Es kann auch Systemaudio erfassen – aber nur, wenn du vorher ein virtuelles Audiogerät einrichtest.

So läuft das: Du installierst einen virtuellen Audiotreiber (wie BlackHole oder Soundshine), routest dein Systemaudio hinein und startest dann eine QuickTime-Bildschirm- oder Audioaufnahme, bei der das virtuelle Gerät als Eingangsquelle ausgewählt ist.

Vorteile: Kostenlos (QuickTime ist schon auf deinem Mac), und die Aufnahmen haben anständige Qualität.

Nachteile: QuickTime allein kann kein Systemaudio erfassen. Du brauchst vorher ein virtuelles Audiogerät. Bei manchen kostenlosen Virtual-Cable-Tools bedeutet das Routen des Ausgangs auf das virtuelle Gerät, dass du nichts mehr aus deinen Lautsprechern hörst, sofern du nicht zusätzlich ein Multi-Output-Gerät im Audio-MIDI-Setup anlegst. Viele Schritte für etwas, das einfach sein sollte.

2. OBS Studio

OBS ist ein kostenloses Open-Source-Tool, primär gebaut fürs Live-Streaming und Screen Recording. Es ist unglaublich mächtig und unter Streamern weit verbreitet, taugt aber auch für Audioaufnahmen.

Unter macOS kann OBS Systemaudio nicht aus eigener Kraft erfassen. Du brauchst weiterhin ein installiertes virtuelles Audiogerät. Sobald du eines hast, fügst du es als Audioeingang-Quelle in OBS hinzu, konfigurierst dein Ausgabeformat und drückst auf Aufnahme.

Vorteile: Kostenlos und Open Source. Extrem flexibel, sobald du es beherrschst. Unterstützt mehrere Audioquellen, eigene Szenen und eine breite Palette an Ausgabeformaten.

Nachteile: Übertrieben für einfache Audioaufnahmen. Die Oberfläche ist für Streaming-Setups mit Overlays, Szenenwechseln und mehreren Kamera-Feeds gemacht. Wenn du nur Audio aus einer Spotify-Session oder einem YouTube-Stream mitschneiden willst, ist OBS mehr Werkzeug, als du brauchst. Du brauchst außerdem trotzdem ein virtuelles Audiogerät darunter, also löst OBS das macOS-Audio-Routing-Problem nicht allein.

3. Browser-Erweiterungen

Es gibt Browser-Erweiterungen, die versprechen, Audio direkt von Webseiten herunterzuladen oder aufzunehmen. Du findest sie für Chrome und Firefox, oft auf YouTube-Audio oder generische Tab-Audio-Aufnahme spezialisiert.

Vorteile: Leicht zu installieren. Manche funktionieren gut genug, um Audio aus einem einzelnen Browser-Tab abzugreifen, ohne deine System-Audio-Einstellungen anzufassen.

Nachteile: Nur Browser-Audio. Willst du Audio aus Spotifys Desktop-App, einem Spiel oder einer beliebigen Nicht-Browser-Quelle erfassen, helfen Erweiterungen nicht. Qualität variiert, manche kodieren Audio mit niedrigerer Bitrate neu. Auch die Datenschutzlage ist erwähnenswert. Viele kostenlose Audio-Capture-Erweiterungen fordern breite Berechtigungen und haben unklare Datenpraktiken. Lies Bewertungen sorgfältig und bleib bei bekannten Optionen, wenn du diesen Weg gehst.

4. Audio Hijack von Rogue Amoeba

Audio Hijack ist eine dedizierte Audio-Capture-App von Rogue Amoeba, einem Unternehmen, das seit über zwei Jahrzehnten Mac-Audio-Tools baut. Sie erlaubt dir, Audio aus bestimmten Apps, aus deinem Systemaudio als Ganzem oder aus Hardware-Eingängen zu erfassen. Du baust eine Signalkette, indem du Blöcke in einen visuellen Editor ziehst. Spotify-Ausgang erfassen, durch einen EQ schicken und als verlustfreies FLAC speichern? Audio Hijack kann das.

Vorteile: Extrem leistungsfähig. App-spezifische Audioaufnahme, eingebaute Effektverarbeitung, geplante Aufnahmen und Unterstützung für viele Ausgabeformate. Wenn du viel Audio aufnimmst, ist es ein ernstzunehmendes Tool.

Nachteile: Es ist eine kostenpflichtige App (64 $ für eine Lizenz). Die blockbasierte Oberfläche ist mächtig, braucht aber Einarbeitung. Wer einfach schnell Systemaudio in ein virtuelles Mikro für einen Call oder eine simple Aufnahme routen will, hat damit mehr Werkzeug als nötig.

5. Soundshine (virtuelles Audiokabel)

Soundshine geht es anders an. Statt eine Aufnahme-App zu sein, erstellt es ein virtuelles Mikrofon, das dein Systemaudio spiegelt. Alles, was auf deinem Mac läuft, steht als Mikrofoneingang bereit, den jede Aufnahme- (oder Calling-) App nutzen kann.

So sieht das Setup aus:

  1. Soundshine installieren. Ein geführter Assistent erledigt die Treiberinstallation in rund 30 Sekunden.
  2. Das Soundshine-Symbol in der Menüleiste anklicken und Routing einschalten.
  3. Eine App öffnen, die einen Mikrofoneingang akzeptiert (QuickTime, GarageBand, Audacity, Sprachmemos, OBS oder beliebige andere), und Soundshine Microphone als Quelle wählen.
  4. Aufnehmen.

Das war’s. Dein Systemaudio fließt mit 48 kHz, 32-Bit-Float-Stereo ins virtuelle Mikrofon. Deine Lautsprecher laufen über Soundshines Passthrough normal weiter, also keine Multi-Output-Geräte und kein Umrouten im Audio-MIDI-Setup nötig.

Vorteile: Einfachstes Setup auf dieser Liste. Funktioniert mit jeder Aufnahme-App und auch mit Calling-Apps (Zoom, Google Meet, Discord). Keine Audio-MIDI-Konfiguration. Du hörst dein Audio weiterhin, während du es aufnimmst.

Nachteile: Soundshine ist die Routing-Schicht, nicht die Aufnahme-App. Du brauchst weiterhin eine separate App, um Aufnahme zu drücken. Aber du hast QuickTime oder Sprachmemos fast sicher schon auf deinem Mac, also ist das kein echter Zusatzschritt.

Welche Methode solltest du wählen?

Hängt davon ab, was du vorhast und wie viel Setup du dir antun willst.

Für gelegentliche Browser-Aufnahmen ist eine gut bewertete Browser-Erweiterung vielleicht die schnellste Option, du bist aber auf Web-Audio limitiert und solltest beim Datenschutz aufpassen.

Für ernsthafte Audioproduktion mit App-spezifischer Aufnahme, Effektketten und geplanten Aufnahmen ist Audio Hijack die Investition wert.

Für Streaming- oder Screen-Recording-Workflows, in denen du OBS sowieso nutzt, ergibt es Sinn, eine virtuelle Audioquelle in dein bestehendes Setup zu ergänzen.

Für alles andere gibt dir Soundshine den einfachsten Weg von „Ich muss aufnehmen, was auf meinem Mac läuft“ zum tatsächlichen Aufnehmen. Installieren, Schalter umlegen und als Mikrofon in deiner gewohnten Aufnahme-App auswählen. Keine Multi-Output-Geräte, kein Routing-Stress.

Eines haben all diese Methoden gemeinsam: macOS macht das nicht nativ für dich. Du brauchst irgendwo in der Kette ein Drittanbieter-Tool. Die Frage ist nur, wie viel Komplexität du zwischen dir und dem Aufnahme-Knopf willst.

Jedes Audio – überall

Soundshine macht aus deinem Systemaudio ein virtuelles Mikrofon, sodass jede App es einfach übernimmt. Keine Kommandozeile, keine Kernel-Erweiterungen.

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